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Die Sojabohne wird aufgrund ihres hohen Eiweissgehalts seit den 1970er Jahren in der Fleischproduktion als Futtermittel eingesetzt. Die Folgen der expandierenden Agrarindustrie für Umwelt und Gesellschaft sind gravierend. Doch es geht auch anders.

Iguaçu

Der biologische Sojaanbau durch Kleinbauern bietet eine Alternative zur industriellen Agrarproduktion und deren ökologischen und sozialen Folgen. Der Verzicht auf synthetische Düngemittel und schädliche Pestizide, kombiniert mit Anbaumethoden wie Fruchtfolge, schont Böden und Gewässer. In Capanema schützt der ökologische Landbau ausserdem das angrenzende Biosphärenreservat von Iguaçu, in dem bedrohte Tierarten wie der Jaguar leben.

Bio als Mehrwert für Kleinbauern

Die Biohöfe von Capanema sind nach EU-Bio- standard zertifiziert. Die Bauernfamilien erhalten dadurch für ihre Ernte höhere Preise als für konventionelle Ware. Der durch intensive Handarbeit geprägte Biosojaanbau schafft Arbeitsplätze und Einkommen in der ländlich geprägten Gegend. Funktionierende Kleinbetriebe bedeuten gesunde Sozialstrukturen, weniger Abwanderung in grosse Städte und den Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft.

manuelle Sojaernte

Bei der Arbeit der gebana Brasil ist der direkte Kontakt zu den rund 300 Bauern um Capanema zentral. Ausgebildete Agrartechniker besuchen die Landwirte regelmässig und schulen sie in der biologischen Produktion. Die gebana gewährt den Bauernfamilien Vorfinanzierungen, organisiert deren Biozertifizierung und verschafft ihnen Zugang zum in- und ausländischen Markt. Dadurch gelingt es den Biobauern selbst auf kleinen Flächen (durchschnittlicher Landbesitz 18 ha) ein sicheres Einkommen zu erzielen.

Die ProduzentInnen und die gebana bauen auf langfristige Partnerschaften: Auch in schwierigen Zeiten – wie aktuell mit dem Endosulfanproblem – wird nach gemeinsamen Lösungen gesucht, um die Existenz der Bauernfamilien am Iguaçu auf lange Sicht zu sichern. 

Tofu statt Fleisch

Soja ist die Pflanze mit der höchsten Eiweissproduktion pro angebauter Fläche. Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie seit den 1970er Jahren als Futtermittel in der Tiermast eingesetzt. Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden allerdings fünf bis dreissig pflanzliche Kalorien verfüttert. Aus ökologischer Sicht ist es daher sinnvoller, die Soja direkt zu konsumieren, zum Beispiel als Tofu, anstatt sie als Tierfutter zu verwenden und schliesslich über das Fleisch aufzunehmen.

Die gebana Brasil hat sich auf die Herstellung hochwertiger Lebensmittelsoja spezialisiert. Hauptabnehmer von Biosoja aus Capanema waren bis anhin hauptsächlich europäische Kunden. Aufgrund der Verunreinigung mit Endosulfan konnten diese die letzte Ernte jedoch nicht abnehmen. Derzeit ist auch in Brasilien ein Markt für biologische Lebensmittel am Entstehen, eine Entwicklung, die die gebana unterstützt.

 


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